Sonntag, 18. Dezember 2016

Meine Weihnachtsgeschichte (2014, V2)

Meine Weihnachtsgeschichte (2014)                                                             16.12.16


Es war einmal vor langer, langer Zeit.
Halt. Stopp. So geht das nicht. Das hier ist kein Märchen. Nein, genau so ist es im Jahr 2014 wirklich passiert. Es passierte in Arnstadt, in der Nähe von Ilmenau bei Erfurt, in der Ludwig-Bechstein-Schule, in der sechsten Klasse von Frau Brandt, in der Woche nach dem dritten Advent. Mathe. Frau Brandt kam, gut erholt und gut gelaunt, in ihre Lieblingsklasse gebraust.
„Guten, guten Morgeeen!“, heizte Frau Brandt ihre vierzehn Kinder an.
„So, wer weiß, was daraus kommt, wenn man drei addiert, substrahiert und das Ganze mit eins multipliziert und am Ende durch sich selbst dividiert? Ja?“
„Frau Brandt, ich muss was Wichtiges sagen. Der Weihnachtsmann hat auf Facebook gepostet, Weihnachten sei in Gefahr. Das ist nicht gut. Und wirklich jetzt, das muss der echte Weihnachtsmann sein. In seinem Profil steht, er wohnt am Nordpol. Und er ist…“
„Das ist wirklich dramatisch. Schreibst du ihm einfach, er solle uns besuchen und wir helfen ihm gerne? Aber er soll ohne Schlitten und ohne Rentiere, unauffällig eben, hierher kommen, damit nicht alle abdrehen. Und nicht jetzt, wo wir zusammen Mathe machen! Handy vom Tisch!“
Die Beteiligung am Unterricht war ab da an diesem Tag gleich null. Alle Gedanken drehten sich nur noch um den Weihnachtsmann. Alle hatten den Post auf Facebook gesehen. Und alle wussten, dass es der echte Weihnachtsmann sein musste und dass er in echten Schwierigkeiten steckte. Eigentlich war es vielen egal, was mit dem Weihnachtsmann los war. Einige glaubten gar nicht mal, dass es ihn  gibt. Hauptsache, es gab Geschenke.
Der nächste Tag. Die vierzehn Schüler der 6A warteten auf ihre Lehrerin. Fünf Minuten zu spät. Da kam Frau Brandt, sich mit dem Weihnachtsmann unterhaltend, in die Klasse.
Er sah aus wie ein ganz normaler Mann, ohne roten Mantel, sogar rasiert, gar nicht wie man sich den Weihnachtsmann vorgestellt hatte.
„Bühne frei für den Weihnachtsmann.“
„Hallo, ja, ähm, ich bin der Weihnachtsmann und ich weiß, ihr dachtet, ich sehe anders aus, aber es gibt größere Probleme. Ich bin finanziell dieses Jahr echt nicht gut dran. Ich konnte mir den TÜV für meinen Schlitten nicht leisten und ich habe auch kein Geld mehr für Geschenke.“
„Soll das heißen, wir kriegen dieses Jahr alle keine Geschenke?“
„Oh man, ich wollte das iPhone 6 haben.“
„Und ich die neue Playstation.“, rufen Mädchen und Jungs durcheinander.
„Herr Weihnachtsmann, das ist echt nicht gut. Wie kommt es denn, dass Sie dieses Jahr kein Geld für Geschenke haben? Und ich dachte, bei Ihnen läuft alles ohne Geld mit Elfen, die für Sie arbeiten?“
„Ja, richtig. Die Elfen empfingen früher die Wunschlisten und machen die Geschenke fertig. Aber das waren nur mal die Angestellten des Weihnachtsmanns. Sie wurden dafür bezahlt, aber wurden zu teuer. Und das Problem ist, dieses Jahr gibt es wieder mehr Wünsche als letztes Jahr. Die unartigen Kinder wollen immer mehr haben, und immer teurere Dinge.
Auf der anderen Seite gibt es dieses Jahr weniger artige Kinder. Artige Kinder wünschen sich nicht so viele Sachen, sind mit vielem zufrieden, sind fröhlich, und sind sogar froh, wenn sie Dinge an andere geben, damit die anderen froh sind.
Ihr müsst wissen, ich bin noch nicht lange Weihnachtsmann.“
„Was?! Sie sind noch nicht lange Weihnachtsmann?!“
„Vor mir gab es schon eine Reihe andere Weihnachtsmänner.“
„Wie andere Weihnachtsmänner?“
„Eigentlich bin ich ja Diplompsychologe.“
„Hä, ich dachte, Sie sind der Weihnachtsmann?!“
„So! Jetzt passt mal bitte ganz genau auf und hört mir zu, ohne mich zu unterbrechen!
Der Weihnachtsmann. Ein dicker Mann mit schneeweißem Rauschebart und rotem Mantel. Elfen, die mit ihm arbeiten. Wunschzettel empfangen, Geschenke verpacken und auf den Schlitten packen. Rentiere, die den Schlitten durch die Lüfte ziehen. Bis zum nächste Dach, wo der Weihnachtsmann sich mit den Geschenken durch den Schornstein zwängt. Gedichte und Lieder von nervigen Kinder anhören und die Geschenke abgeben. Das hat der Weihnachtsmann früher gemacht, viel früher, vielleicht kennt ihr noch die Geschichten.“
„Ja, voll der Scheiß.“
„Benimmst du dich, bitte? Immerhin ist das der Weihnachtsmann!“, beruhigte Frau Brandt.
„Aber in letzter Zeit hat sich vieles geändert, und nicht unbedingt verbessert.“
„Was? Die Playstation wird von Jahr zu Jahr geiler.“
„Und die Autos werden immer umweltfreundlicher.“
„Die Kinder wollten immer mehr haben, nicht alle, aber vor allem die unartigen. Wisst ihr noch, was der eigentliche Sinn von Weihnachten ist?“
„Damit alle Geschenke kriegen?“
„An diejenigen zu denken, die ihr gern habt und die Leute froh zu machen, die es nicht sind. Oder auch Leute, die ihr gern habt,  froh zu machen.“
„Also sollten wir Weihnachten unsere Handys verschenken?“
„Meinst du, dass sich jemand über das Handy freut? Das jemanden wirklich froh macht?“
„Ja!“
„Nun gut. Handys wurden sich in den letzten Jahren tatsächlich häufig gewünscht. Laut den Akten der letzten Weihnachtsmänner in den meisten Fällen stets die neusten Modelle. Und die Wunschzettel wurden bis zuletzt zu mehrseitigen Wunschbüchern, bis zur Digitalisierung durch Facebook.“
„Ich habe mir letztes Jahr auch viel gewünscht. Dass es allen Kindern gut geht. Dass sich alle nett behandeln. Keiner andere ärgert, alle sich gut verstehen und dass alles gerecht ist. Und am Ende sogar noch, dass alle glücklich sind. Das war dann wohl zu viel gewünscht.“
„Nein, nein. Das ist wirklich ein großer Wunsch gewesen! Leider gab es bis heute von solchen Wünschen immer weniger.“
„Weil alle sich nur noch selber im Kopf haben…“
„Die letzten Weihnachtsmänner, das waren auch normale Leute wie ich, die haben den Weihnachtsmannkram so richtig auf den Kopf gestellt.“
„Was soll das heißen?“
„Nun ja, sie haben sich ganz dem Willen aller Kinder gefügt und jedes Jahr alle Wünsche der Kinder erfüllt. Das Problem ist aber, dass jedes Jahr weniger Geld da war, aber, obwohl die Kinder nicht mehr wurden, immer mehr Wünsche im Postfach auf Facebook landeten. Die Elfen waren zu teuer geworden und wären den vielen Wünschen auch nicht mehr hinterher gekommen. Durch Facebook wussten die letzten Weihnachtsmänner sogar auch, welche Kinder artig waren und welche nicht. Trotzdem wurden auch die Wünsche der Unartigen erfüllt.“
„Und warum?“
„Ganz einfach. Weil sie sonst noch unartiger geworden wären. Kriegt ein Kind nicht, was es will, wird es zornig. Nimmt artigen etwas weg, ärgert diese, weil es ihnen gut geht und ihnen selber nicht.“
„Scheiße, das ist ja voll der Teufelskreis. Entweder werden die Kinder immer teurer oder unartiger. Und wie macht man jetzt au unartigen artige Kinder?“
„Das ist eine gute Frage. Also, die letzten Weihnachtsmänner hatten von Jahr zu Jahr weniger Geld, obwohl jedes Jahr die Kinder noch mehr Sachen haben wollten.
Die Elfen wurden durch Facebook ersetzt und – ihr habt noch das Bild vom alten Weihnachtsmann im Kopf?“
„Jap.“
„Die letzten Weihnachtsmänner wurden auch immer fetter und fauler. Manchmal ließen sie sich, statt eine CD von Cro als Weihnachtsgeschenk zu kaufen, von verlockenden Schokoladenregalen ablenken und passten irgendwann nicht mehr durch den Schornstein.“
„Komisch. Super Mario ist auch dick und passt locker durch diese grünen Rohre.“
„Super Mario gibt es ja auch nicht in der Wirklichkeit und außerdem ist Super Mario auch nicht so dick.“
„Und was machen wir jetzt? Die letzten Weihnachtsmänner haben also das ganze Geld für die Geschenke verfressen und auf der anderen Seite wollen die Kinder aber sehr viele Geschenke haben?“
„So ungefähr.“
„Das Problem sind aber eigentlich nur die unartigen Kinder, oder?“
„Er hat Recht. Ohne unartige Kinder bräuchten wir eigentlich kein Geld mehr für Geschenke wie Handys oder Fernseher, weil alle froh wären mit dem, was sie haben.“
„Und wenn alle froh sind, dann sind alle glücklich und es geht allen gut.“
„Und dann gibt es keinen Grund mehr, böse zu sein.“
„Aber wie machen wir unartige Kinder zu artigen?“
„Ich habe eine Idee. Wir schreiben mit Sido zusammen einen Rap, der beweist, dass es viel froher macht, weniger zu haben als viel. Und dass es viel froher macht, viel zu geben als zu nehmen. An einen guten Spaziergang oder eine witzige Unterhaltung kann man sich immer wieder erinnern und darüber froh sein.“
Die 6A klopfte Beifall für diesen Vorschlag. Sido war jedem Kind ein Name. Ein gepflegter Rap, ausnahmsweise mal, könnte wirklich viel bewegen. Die Klasse von Frau Brandt sammelte Ideen für Text und wer hätte das gedacht – zum Weihnachtsfest gab es kein einziges unartiges Kind mehr, alle Kinder waren froh, mit dem was sie hatten und wünschten sich sogar für andere Kinder eben solchen Frohsinn, Gesundheit und Liebe.




Die Leserin (2016, Klassenarbeit "kreatives Schreiben")

Die Leserin
mit einer Einleitung von Deutschlehrerin Frau Schmitt, Klassenarbeit zum kreativen Schreiben :D

Obwohl es bereits Mitte November war, wollte der Herbst noch nicht beginnen. Der Himmel war wolkenlos, die Sonne strahlte mit all ihrer Kraft und die Leute saßen im Freien und genossen ihren Kaffee oder etwas anderes und unterhielten sich. Es war ein Bild der Ruhe und Zufriedenheit. Auch ich saß mit einem Buch in der Hand auf einer Bank an der Neckarwiese, als sich jemand neben mich setzte, mich studierte, denn das fühlte ich, und ich sichtlich innerlich nervös wurde. Ich tat so, als bemerkte ich es nicht, wagte dann aber doch für einen kurzen Moment aufzuschauen.

Da saß ein bildhübsches Mädchen, was mich freundlich anblinzelte. Es fehlte nur der Heiligenschein und ich hätte gedacht, ein Engel hätte sich zu mir gesetzt. Blondes Haar, blaue Augen und eine possierliche Nase. Und dann dieses Lächeln auf den Lippen. Schnell wendete ich den Blick verlegen ab und starrte angespannt auf mein Buch. Ich konnte mich allerdings gar nicht mehr konzentrieren. Ich schlug das Buch zu und seufzte nachdenklich. Ich schloss kurz meine Augen, ging tief in mich und sagte leise: „Hallo, ich schreibe gerade ein Telefonbuch. Könnte ich vielleiht auch deine Nummer haben?“ Ich hatte einmal gehört, dass wenn ein Mädchen einen interessant findet, dann wäre es egal, was man als Einstieg in eine mögliche Unterhaltung sagte. Ich hörte ein leises Kichern, während ich meine Augen noch immer geschlossen hielt. „Du hast doch gar keinen Stift bei dir.“, sagte das Mädchen, mich wohl wirklich ausreifend studiert zu haben. „Ich studiere dich schon eine ganze Weile und habe beobachtet, dass du den Steppenwolf liest, ein gutes Buch übrigens, und eher aussiehst wie ein Lesender als ein Schreibender. Ja, du bist für mich ein Leser.“
„Und du bist für mich eine kleine Stalkerin.“, hätte ich da am liebsten sofort entgegnet. Nicht einmal im öffentlichen Park sollte ich ungestört lesen können. Ja, zu Hause konnte ich mich nicht konzentrieren, wenn am Schreibtisch mein Computer reizte und überhaupt der Kühlschrank aus der Küche so laut surrte. Ich riss meine Augen auf.
„Entschuldigung, aber ich versuche mich tatsächlich aufs Lesen zu konzentrieren.“, entgegnete ich dann dem Mädchen. „Außerdem teile ich mir ungern mit Fremden ein und dieselbe Bank. Wie heißt du überhaupt?“ „Ich heiße Juli und du kannst dich wohl auch nicht entscheiden, was du willst, was?“, sagte das Mädchen keck. „Willst du mich jetzt kennenlernen oder willst du in Ruhe lesen und ich gehe?“
„Zuerst einmal heiße ich Richard und zuallererst wollte ich tatsächlich dieses Buch lesen, bis du mich mit deiner verdammten Schönheit begannst abzulenken. Ich kann mich ja eigentlich nicht beschweren, schön bist du ja.“
„Aha.“, sagte Juli nüchtern und verschränkte teilweise die Arme. „Na gut.“, sagte ich, „ich gebe zu: Kennenlernen, bitte gehe nicht.“
„Na also! Es geht doch.“, antwortete Juli. „Und wollen wir uns vielleicht zusammen auf die Neckarwiese legen? Zwischen die Blumen, diese Bank ist so hart und unbequem.“, fügte sie hinzu. „Oh ja. Prima! Das ist eine gute Idee. Ich bin ohnehin ziemlich verspannt.“, stöhnte ich.
Wir legten uns also auf die Neckarwiese und schauten beide gen blauen Himmel. An und zu sichteten wir sogar Schmetterlinge.
„Was führt dich bei diesem schönen Wetter in den Park?“, fragte ich Juli, die Stille zwanghaft brechen wollend. Als wäre es etwas Besonderes, bei schönem Wetter im Park zu sein. Na ja.
„Ach Richard, ich halte mich allgemein gerne in der Natur auf, ob im Sommer oder im Winter, bei Hochgraden und bei Kälte. Am Wochenende trifft man mich oft im Park, hier an der Neckarwiese. Aber im Sommer bin ich doch lieber hier, wenn ich mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen kann.“

Wir sahen uns an. Ich bot Juli etwas von meinem Wasser an und wir sonnten uns weiter in der letzten Herbstsonne. Hoffentlich würden wir uns wiedersehen, dachte ich, denn langsam mussten wir uns voneinander verabschieden. Wir umarmten uns noch und mit dem Rucksack auf dem Rücken ging ich in Gedanken verträumt nach Hause. Zu Hause angekommen tastete ich im Rucksack nach meinem Buch, um es auf den Nachttisch zu legen. Da war es. Ich nahm das Buch heraus und dann sah ich es erst: ein Telefonbuch!

Ich war sichtlich verwundert. Ein Lesezeichen war bei dem Buchstaben S zwischengelegt. Da wurde mir einiges klar, und ich wusste auch, wen ich anrufen musste, um mir das Buch wieder zurück zu leihen. Oder zu tauschen.

Donnerstag, 24. November 2016

Die moderne Gesellschaft à la carte (2010)

Kann Spuren von Unlogik und Unsinn enthalten!

Heute 13:00 Uhr – Die moderne Gesellschaft à la carte mit einer Würze Philosophie

„Du bist die Zukunft.“ Dies ist einer der bekannten Sprüche, den man von Eltern und Großeltern oft hinterher gesagt bekommt. Aber ist das eigentlich wirklich so?
Zukunft bedeutet für mich Fortschritt bzw. Weiterentwicklung.
Wir schreiben nun das Jahr 2010. Ein neues Zeitalter hat schon längst begonnen: Das 21. Jahrhundert. Hierbei hat unsere heutige Gesellschaft und ihr Denken sowie Handeln ihren Ursprung in der Vergangenheit. Man sollte meinen, die Menschen hätten aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt und alles wäre von Zeit zu Zeit für die Allgemeinheit besser geworden. Der Absolutismus entwickelte sich weiter zur Demokratie und die Ideen der Aufklärung entwickelten sich zu den Ideen des Sturm und Drang. Man könnte also annehmen, man lebe in einer aufgeklärten, sozialen und gleichberechtigten Gesellschaft. Doch ist das wirklich so? Nein.
Es ist bekannt, dass es trotz der voranschreitenden Globalisierung immer noch Regionen auf der Welt gibt, wo Sklaverei betrieben wird und Sozialität sowie Gleichberechtigung nichts weiter als Fremdwörter sind. Die in diesen Regionen verankerten Kulturen setzen allerdings ähnlich anderer Gesellschaften sowohl Gesetze als auch Normen fest und definieren ihre eigene individuelle „Normalität“.
Normalität. Wer definiert schon Normalität? Kann man eine objektive Definition eigentlich rechtfertigen? Nein.
Ob eine Sache normal bzw. unnormal/abnormal wahrgenommen wird ist nämlich in den allermeisten Fällen eine subjektive Feststellung. Auch in Deutschland sollte der Begriff „normal“ nicht definitiv definierbar sein.
Es ist zwar logisch, dass jeder Bürger aufgrund von Interessen, Hobbys oder gleicher Kleidung eine andere Gruppe von Leuten um sich herum gewohnt ist und dadurch auf objektiver Ebene die gewohnte Normalität begründen kann, aber wie würde eine Gruppe bestehend aus 16-Jährigen Jungs auf einen aus Gruppenzwang in die Gruppe geratenen Jungen reagieren, der eigentlich gar kein Fußball mag, sondern viel lieber eine gute Ballettschule besucht?
Es mag nahe liegen, dass dieser Mensch dank seines Verstandes (Aufklärung) vernünftig seine spezielle Vorliebe begründen kann, aber trotzdem vom Rest der Gruppe als unnormal, abnormal bezeichnet werden würde.
Der Grund für die nicht vorhandenen Argumente für die o.g. These: „Du bist ja abnormal!“ könnte der in der Gruppe weitverbreitete nicht vorhandene Verstand sein, was nahe liegen würde, da eine gesamte Gruppe zumeist aus 1-2 vernünftigen Personen(Vormünder) besteht, denen sich 1-n(n = relativ hohe Zahl) Unmündige anhängen.
Der vielleicht nicht vorhandene Mut könnte die Gruppenmitglieder ebenso davon abhalten in Gegenwart der autoritären Gruppenführer ihre eigentliche vernünftige Meinung zu vertreten.
Nahe liegt auch, dass die mit mehr Vernunft ausgestatteten Vormünder(Gruppenanführer) der Gruppe nicht den Gruppenzusammenhalt riskieren wollen.
Vielleicht fehlt es den Gruppenmitgliedern auch  an den Grundgedanken der Epoche „Sturm und Drang“:
Selbstbestimmung & Selbstverwirklichung & Individualität (Autonomie), Emotionen.
Vielleicht reicht Vernunft allein nicht aus, um individuelles Denken bzw. Handeln des Einzelnen zu verstehen.
Hmm… Letzteres sollte eigentlich am wahrscheinlichsten zutreffen.
Ein „aufklärerischer“ Mensch kann einen „stürmischen & drängerischen“ Menschen nicht ohne weiteres verstehen. Umgekehrt hingegen funktioniert es.

Fallbeispiel:
a)      Reaktion von „aufklärerischem“ Menschen auf „stürmischen & drängerischen“ Menschen
Ein „stürmischer und drängerischer“ Mensch befragt im Dorf in seinem individuell ausgelösten Interesse Anhänger des Judentums, wie jene die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg erlebt haben. Die Begründung hierfür kann Besorgnis sein oder auch Trost bzw. Aufmunterung.
Fängt nun dieser Mensch auch noch an statt Briefmarken oder Sammelkarten Tetra-Packs zu sammeln, um daraus später ein kleines Haus bauen zu können, was vernünftig und logisch gedacht sogar wirtschaftlicher ist, Stichwort Recycling, spätestens dann hält ihn ein „aufgeklärter“ Mensch für nicht mehr normal, die moderne Psychiatrie und Psychologie zu geschätzt 60 Prozent sogar für psychisch krank.
è Auseinandersetzung
Natürlich wäre das Sammeln von Sammelkarten mehr im Interesse in Sachen Sozialkontakte bzw. Freunde, aber wäre auch in der Hinsicht egoistisch, insofern dass dieser Mensch hauptsächlich seinen eigenen Spaß, seine eigene Freude damit abdeckt.
Hingegen zeugt der Bau eines Hauses mithilfe von Tetra-Pack Kartons mehr von Emotionen wie Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Liebe, da dieser Mensch dieses Haus nicht für sich selbst baut, sondern allein für jemand anders. Zu verstehen, dass dieser Mensch Spaß daran hat, anderen zu helfen, ob so eine Idee im Sinne der Aufklärung ist weiß ich nicht zu wissen.
b)     Reaktion von „stürmischem & drängerischen“ Menschen auf „aufklärerischen“ Menschen
Ein „aufklärerischer“ Mensch steht jeden Morgen um exakt 6 Uhr auf. Er geht jeden Abend um 22 Uhr ins Bett. Er liest jeden Tag aufmerksam die Zeitung. Und während des Tages malt er von 15 Uhr – 18 Uhr Stilleben. Neulich malte er seinen Schreibtisch: Eine braune Schreibtischplatte, vermutlich aus Holz, belegt mit allerlei Pastellfarben, einer Farbpalette, worin die Farben schon durcheinander gemischt waren und keine Grundfarbe mehr zur Verfügung war und einem noch leeren weißen Blatt Papier
Begegnet nun ein „stürmischer & drängerischer“ Mensch diesem Maler, so wird er den Maler wahrscheinlich nicht als unnormal sehen, sondern allenfalls als einfallslos und langweilig.
è Keine Auseinandersetzung

Wenn man sich also die in Deutschland lebende Gesellschaft, konkreter derer grundlegende Denkweise beobachtet, fällt auf, dass die komplette deutsche Gesellschaft sich in mindestens zwei klar voneinander trennbare Gesellschaft-ch-en aufteilt.

Warum es wahrscheinlich mehr aufgeklärt denkende Menschen in der Gesellschaft geben sollte, das ist eine andere Geschichte, auf die ich nun erst mal verzichte.


PEACE

Samstag, 5. November 2016

Stell dir vor

Stell dir vor


Stell dir vor, heute wäre gestern, und morgen heute, was dann wäre, was wäre dann gestern, wenn gestern Silvester wäre?

Und was wäre Silvester ohne Raketen und ohne Böller?

Ja, stell dir vor, wenn man nicht Raketen hoch schickte, die wieder herab stürzen, man nicht mit Böllern Briefkästen zerjagte, sondern man irgendeinem ganz anderen bescheuerten Brauch nachginge?

Könnte man zum Neujahr nicht Müll sammeln gehen statt welchen zu verursachen?

Und könnte man das nicht mit seinen Freunden und Bekannten als Spiel austragen? 

Stell dir vor, wenn Silvester alle Müll sammeln würden und es ihnen auch noch Spaß, nein Wonne bringen würde?

Wer sammelt bis 0 Uhr die meisten Säcke Müll? Wer hat die am buntesten gefüllten Säcke? 

Und jetzt stell dir vor, diese Vision würde Wirklichkeit werden.

Dieses Dezemberende laufen all die Menschen, die mein Text berührt hat, mit Tüten sammelnd durch die Straßen.

Wie würde man das bewerten?

Außergewöhnlich? Anders? Psychisch krank?

Vermutlich würden diese Kandidaten in die Psychiatrie eingeladen werden, ohne etwas Böses im Schilde geführt zu haben.

Stell dir das mal vor.

Stell dir vor, es gäbe Menschen, die Menschen aufgrund von Denk- oder Verhaltensweisen als krank oder minderwertig einstuften.

Niemand kann leugnen, dass krank eine negative Eigenschaft ist. 

Stell dir vor.

Falke Fridolin

Letztens ging ich an der Promenade neben der Wellen Wogen,
mein Haustier hoch am Himmel, fliegt kleine und große Bogen.
"Bei Fuß!", brülle ich und ein Mann stiefelt mir entgegen,
ob ich nen Vogel hätte, er sehe keinen Hund, will er mir entgegnen,
doch, mach dich auf was gefasst: 
Fass Fridolin, der Mann ist für die Welt nur Last.
Der Falke kommt geflogen, hätt' er sich nur nicht so ausgedrückt, so ungeflogen.

Samstag, 8. Oktober 2016

Als ich die große Liebe im Puff fand

Als ich die große Liebe im Puff fand

Als ich die große Liebe im Puff fand,
verpuffte mein Erspartes,
und man fand mich auf der Straße.
Von Handtaschen für die Frau meiner Träume 
bis zu Pfandflaschen am Rand unter Bäumen.
Ich versäumte keine Gelegenheit,
meiner Frau was zu schenken,
selbst unter der Brücke lebend,
Pfandflaschen abgebend,
musste ich immer an sie denken.

Als ich die große Liebe im Puff fand,
da war ich ganz verzweifelt,
jeden Tag das Gleiche.
Vom Alltag geplagt, wagt ich mich über die Schwelle, 
bis in die Dusche, rein in ihr Bett,
ihr auf die Pelle,
Ich versäumte keine Gelegenheit,
sie zärtlich zu berühren, 
mich zu küssen war ihr Job,
auch fürs Hopp Hopp Hopp,
da zahlte ich Gebühren.

Als ich die große Liebe im Puff fand,
da fand ich noch, 
man habe nix zu verlieren,
man lebe nur einmal,
Erfahrungen machen reich.
Von einem einzigen Besuch 
bleibt die Sucht nach ihr,
bis heute noch gibts für mich,
kein ich, sondern nur wir.
Ich versäume keine Gelegenheit,
sie ständig zu besuchen,
im Bett da essen wir Kuchen,
wer hätte gedacht, 
dass dafür 20 Pfandflaschen 
schon reichen.

Hochdruckreiniger Rainer

Hochdruckreiniger Rainer

Welch Schicksal ereilte Hochdruckreiniger Rainer
beim Reinigen schmutziger Steine.
Jahrelang war er es gewohnt,
Terrassenboden zu wienern.
Nie ausgeruht, nicht geschont,
dem Burnout ist er erliegen.


Sonntag, 24. Juli 2016

[Dialog] Alter Sarg & Alter Sack

Dialog: Alter Sack & alter Sarg


Alter Sack:
Wo bin ich hier? Warum fühle ich meinen Körper nicht mehr?

Alter Sarg:
Du bist tot, mein Freund. Du bist jetzt in Sicherheit. Alles wird gut.

Alter Sack:
Was? Wo zur Hölle bin ich? Und wer spricht da? Gott?

Alter Sarg:
Ich bin es. Ein alter Sarg.
Ich bin ja so glücklich, dich kennenzulernen.

Alter Sack:
Um Himmels Willen, kneif mich doch bitte jemand, dass ich aus diesem bösen Traum schnellstmöglich erwache!

Alter Sarg:
Keine Sorge. Du schläfst nicht. Du bist tot. Aber nicht im Himmel, sondern mit mir zusammen für alle Ewigkeit 2 Meter unter der Erde vergraben. Es gibt kein Entkommen, aber auch keine Pflichten.

Alter Sack:
Ich bin erleichtert. Keine Pflichten. Kein Entkommen? Soll das heißen, meine Seele ist für immer in dieser Finsternis eingesperrt, zudem ich mich nicht bewegen kann? Was soll ich denn jetzt die ganze Zeit machen? Gibt es hier WLAN?

Alter Sarg:
Beschwer dich bitte nicht. Sei froh, dass sie dich nicht verbrannt haben, sonst hätten wir uns so vermutlich nie kennengelernt. Ich habe mir immer einen Toten gewünscht, den ich aufbewahren kann. Es war ja so langweilig als Sarg. Wie oft habe ich mich einsam und wertlos gefühlt, und musste mit ansehen, wie andere Särge außer mir gebraucht wurden.

Alter Sack:
Pah, und wie wichtig war ich für meine Enkelkinder und wie stark soll ich mich jetzt in deiner Obhut langweilen?

Alter Sarg:
Du könntest in aller Ruhe die Nachkommastellen von Pi berechnen. Oder auch Worte suchen, die sich auf Haus reimen.
Am besten wäre es aber, du berechnest die Wahrscheinlichkeit dafür, im Garten über eine Blume zu stolpern, dabei tödlich zu verunglücken, und in einem sprechenden Sarg beerdigt zu werden.

Alter Sack:


























Dienstag, 12. Juli 2016

Der braune Hund (2013)


Es war Sonntag, der 31. Februar, als Dieter schlaftrunken auf seinem Küchenboden erwachte. Der Küchenboden war weiß gekachelt und steinhart. Die Verlegung der Fliesen war damals keine günstige Angelegenheit gewesen.
Dieter hatte schlecht geschlafen. Dabei bildete der Tisch über ihm einen provisorischen Mückenschutz. Es war Sommer. Er lag gestreckt auf dem Rücken unter seinem Holztisch in der 10 m² Küche. Die Arme verschränkt als Kopfkissen unter sich. Er starrte auf die Tischplatte. Neben ihm auf dem Fußboden lagen 2 zersprungene Eier Größe M. Bio-
Eier. Dieter fror ein wenig, lag er doch fast nackt auf kalten Fliesen. Hätte er das gewusst, hätte er ein Handtuch unter sich platziert. Es war die erste Sommernacht gewesen. Dieter hatte nicht mit solch einer Kälte gerechnet. Vielleicht hatte die Übernachtung eine Erkältung zur Folge. Er hoffte nicht. Es war schwierig sich wegen selbstverschuldeter Erkältung bei der Arbeit abzumelden.
Dieter brummte der Kopf. Er litt spürbar unter Schlafentzug. Er bedauerte wirklich, nicht in seinem Bett geschlafen zu haben. Jedoch hatte es der Schimmel in seinem Schlafzimmer geschafft, ihn davon abzuhalten. Er war Samstag extra früh ins Bett bzw. auf den Boden gegangen, um genügend Zeit zu haben, sich an die ungewohnte Schlafsituation zu gewöhnen. Als er um 2 Uhr morgens immer noch nicht eingeschlafen war, richtete er sich auf und stieß sich an der Tischplatte den Schädel. Er ärgerte sich kurz über sich selbst. Weil er schon in der Küche war, wollte er sich 2 Spiegeleier machen. Zumindest war das sein Plan gewesen. Die Eier allerdings  fielen ihm vor Kopflosigkeit aus der Hand.
So lag er da, halbnackt, frierend, neben sich die 2 spiegeleierförmig aufgekommenen Eier.
Jetzt war es jedenfalls 11 Uhr 50. Dieter hatte verschlafen. Er sollte seit 8 Uhr in der Schule sein.
Dieter war 23 Jahre alt und machte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann.
Immer wieder sonntags musste er zur Berufsschule.
Insgeheim freute sich Dieter, zu Hause bleiben zu können. Zufälligerweise war auch verkaufsoffener Sonntag. Also beschloss Dieter, am Nachmittag einige Erledigungen zu machen. Vorsichtigerweise, sich nicht den Kopf stoßend, krabbelte Dieter unter dem Tisch hervor und bewegte sich in sein Schlafzimmer. Dort öffnete er den Kleiderschrank und kleidete sich fein ein.
Letztendlich trug er eine quietschrote Hose, dazu einen grünen Pullover und ein weißes Paar Nike Turnschuhe. Rot und Grün bildeten einen Komplementär-Kontrast. Das hatte Dieter mal in der Schule gelernt. Die Turnschuhe unterstrichen Dieters sportliches Erscheinungsbild. Er stellte sich vor den Spiegel und posierte in sexy Pose. Er hatte ganz vergessen, wie heiß er doch aussah. Er fasste sich an die Nase und verbrannte sich. Er war sonst nicht so narzisstisch. Eitel wie Dieter war, begab er sich ins Badezimmer und zupfte sich die Augenbrauen. Gleich darauf schaute er auf die Uhr. 12:30 Uhr. Genau die richtige Zeit für eine Tiefkühlpizza. Während die Pizza vor sich hin schmorte, besorgte Dieter vorausschauend Einkaufstaschen und den Pfandbeutel. Es sollte kein Großeinkauf werden. Er aß genüsslich die frische Salami-Pizza, die er extra mit fettarmem Käse belegt hatte. Dann lief Dieter die Treppen des Wohnblocks nach unten. Er wohnte im obersten Stock. Diese Gegebenheit unterstützte Dieters Fitnesswahn. Wahrscheinlich war er extra wegen dieses sportlichen Aspektes dort eingezogen. Gleich am Fahrbahnrand stand Dieters Fiat Panda. Dieser wirkte sportlich wie Dieter selbst. Das Auto war von Rallye-Streifen überzogen. Er bestieg das Auto.
Dann fuhr er zum nächstgelegenen Einzelhandel. 


Fortsetzung in der PDF:
https://www.dropbox.com/s/xrydnipev9y8ybl/Der%20braune%20%20Hund.pdf?dl=0



Freitag, 3. Juni 2016

Die geile Schnecke

Die geile Schnecke

Eine dicke Schnecke kroch daher,
in ihr Haus passt sie schon lang nicht mehr.
Überfressen hat sie sich sicherlich,
der ungebetene Gast im Beet,
an Salat, Gurken und was noch so reingeht.
Dick von Salat und Gurken?  Sicherlich!
Das wär allerdings gelogen,
Tagtäglich.  Heimlich!
Hat sie sich zum Nachtisch Pizza reingezogen.
Dass sie nun nicht mehr ins Haus passt,
das ist zwar grässlich,
doch findet sie sich selber auch noch hässlich.
Aber es war nicht immer so!
Sie war mal hot,  sexy und heiß,
ja das sexiest Tier alive,
die schönste im ganzen Tierreich!
Ganz vorne auf dem Titelblatt!
Doch das war einmal.
Jetzt ist sie fett!
Würde sich von der Rose stürzen,
wenn sie nur den Mut dazu hätt.
Wenn bloß die eine nicht gewesen wäre,
diese eine Nacktschnecke ihn nicht verarscht hätte.
Dann wär er jetzt nicht so leer,
ohne sie macht alles keinen Sinn mehr.
Es ist zum Heulen.
Da rät der Igel unsrer Schnecke:
"Geh zur Eule um die Ecke.
Die ist Ernährungsberaterin.
Die kriegt dich wieder hin.
Dann macht dein Leben wieder Sinn."
"Schnecke",  spricht die Eule ehrfürchtig.
"Treibe Sport,  gehe laufen.
Lenk dich ab von der letzten Beziehung,
finde im Sport wieder Erfüllung.
Runde für Runde verlierst du deine Pfunde.
Sportschuhe kannst du beim Käfer kaufen.
Außerdem keine Pizza mehr,
die wiegt zu schwer. "
Die Schnecke tat,  wie ihr geraten.
Seitdem kann sie jeden Tag wieder mit Vollgas durchstarten.


Lampenfieber

Lampenfieber

Ich möchte mich Ihnen vorstellen.
Ich bin Zauberer,  Magier,  Illusionist.
Der Typ,  der Leute zersägen lässt.
Der Typ,  der Gedanken liest.
Der Typ,  der Knoten löst.
Dein Typ,  auf den jede Frau steht,
wenn er im Anzug auf die Bühne geht.

Wenn es nur nicht dieses eine Problem da gäbe,
dass wenn ich auf der Bühne stehe,
und Frauen sind in meiner Nähe,
mich Lampenfieber durchziehe,
und ich von der Bühne fliehe.

Wie peinlich ist das bitte,
wenn der große Zauberer,
der deutsche David Copperfield,
ganz plötzlich von der Bühne flieht?

Also sprach ich großer Star,
mit meiner Mutter.
"Ach Alfred,  mein kleiner Bub.
Du musst dir das Publikum nackt vorstellen,
denn rundum nackt,  hast du deine Angst im Sack!"

Nackt sehen soll ich das Publikum,
und auch die geilen Frauen,
worunter meine Mutter nie weilt,
die ist für sowas zu alt.

Samstagabend,  meine Show beginnt,
hinterm Vorhang,  mein Schweiß rinnt.
Lampenfieber, so denke ich,
diesmal,  besieg ich dich.
Als der Vorhang zur Seite schnellt,
hab ich mich stammelnd vorgestellt.

Ich bin Magier, Zauberer,  Illusionist und -
Ihr seid jetzt nackt -  Punkt.
Ich öffne wieder meine Äuglein,
in der ersten Reihe direkt 3 nackte Fräulein.
Unfassbar,  denke ich,  wie geil!
Das denkt sich auch mein Schwanz:

"Alfred,  nie gedacht, dass du wirklich zaubern kannst! "

Sonntag, 17. April 2016

Von Eseln und Eseln

Von Eseln und Eseln                                                              4. März 2015, in Ilmenau

Richard Niedler

Das









ist ein Esel.

Und das 













Wir bewegen uns in einer Zeit, die vielen Veränderungen ausgeliefert ist:

Technischen Neuerungen, die einerseits das Leben einfacher und einseitig besser machen, aber auf der anderen Seite weniger verständlich  und begreifbar werden.
Ergreifenden Mediensensationen, die uns mit Produktneuheiten Bedürfnisse einbläuen, sich unbewusst von immer mehr Besitz abhängig zu machen.

Abnormen Erwartungen, die sich uns angesichts funktionsfixierten Arbeitsmarkts und durch mediale Einflüsse auf allen Kanälen zu Depressionen stressen.
Und zu guter Letzt Verminderungen natürlicher Ressourcen und Steigerungen des Drucks, effektiv nachhaltiger auf der Erde zu gastieren.

Es gibt viele Meinungen zum Fahrradfahren.
Hier kommt meine.



Der Esel, weder das Tier noch der Autofahrer, sondern der mancherorts antiquitäre Drahtesel, kann ein Weg in die richtige Richtung sein.
Fahrradfahren spart die Geldausgaben ein für:
PKW-Führerschein, Kfz-Anschaffung, Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kfz-Reparatur, Kfz-AU & Kfz-HU Fahrradfahren spart den Stress, der beim Autofahren durch Lärm, Hektik & Hetze und andere unfähige Autofahrer unbewusst, weil gewöhnt, ausgelöst wird.
Fahrradfahren baut sogar Stress durch körperliche Aktivität natürlich ab. Die Flucht in Bewegung ist, Vesters Phänomen Stress lehrt, eine uralte instinktive Stressreaktion, die heute immer mehr unterdrückt wird.
Und wenige wissen, wie wichtig, die Fitness Umschau lehrt, gesunde Beinmuskulatur überhaupt für den ganzen aufsitzenden Körper ist!
Fahrradfahren erspart auch einige Unabhängigkeiten und bringt Freiheit zurück.

Das Fahrrad lässt sich in der makro-mechanischen Funktionsweise noch bei Defekten  durchschauen. Es besteht bei all der Einfachheit kaum Defektpotenzial. Dies befördert das Fahrrad zu einem verlässlichen Verkehrsmittel.
Bei all den Abwendungen von Natur zu Technisierung, Optimierung, Verunnaturierung, bildet das Fahrradfahren auch noch einen direkten offenen Bezug zur Welt, zur Natur! Natürlich ist es weniger "anonym" und abgekapselt, abgeschlossen.
Die Physik noch einmal ins Auge gefasst, und auch die Leistungsgesellschaftsmentalität, macht Fahrradfahren genau das erfahrbar, was Arbeit im eigentlichen Sinn ist.
Arbeit ist dabei, ganz und gar nicht entfremdet, die geleistete Muskelarbeit, um das Körpergewicht X entlang der zurück gelegten Strecke von A nach B zu bewegen.
Je mehr Kraft in die Pedale gestemmt wird, umso schneller gelangt der Radler ans Ziel und umso mehr hat er geleistet.
Das schadet seinem Selbstbewusstsein anhand des sichtbaren Erfolgs ganz im Gegenteil.

Fahrradfahren emittiert gar keine Schadstoffe, wobei selbst die Nachhaltigkeit aufkommender Elektroautos mit ihrem Stromverbrauch sich erst mit dem Wachstum effektiverer erneuerbarer Energien einstellt.
Und der Bio-Kraftstoff, vielleicht musste dafür der eine oder andere Esel schon verhungern.
Aber mit dem Drahtesel sei man so unglaublich langsam. Das koste so viel Zeit. Und Zeit ist Geld. In dem Fall könnte man seine wirklichen Bedürfnisse neu überdenken, das "Zeitdiktat" entlockern und dann bewusst mit dem Fahrradfahren ein Zeichen setzen für den in Mode gekommenen und wichtigen Begriff der"Entschleunigung" setzen.
Gegen die Zeitverknappung, den Turbo-Abi-Wahn, die Verflachung und Quantität von Information auf Kosten der Tiefe und Qualität. Vielleicht gegen manchen "technischen Fortschritt", wenn dieser durch mehr Arbeit in kürzerer Zeit Arbeitskräfte, sogenannte Human Resources, in die Freiheit entlässt.
Fahrradfahren aber kann aus so einigen Perspektiven als "sozialer Fortschritt" durchaus willkommen geheißen werden, wenn es die Menschen von sich weniger isoliert und die Erde, in der wir und nachfolgende Generationen noch zu leben gedenken wollen, schützt.
Nicht zu vergessen: Bedrohte Tierarten!

In diesem Sinn:
Sei kein Esel!
Fahr den Esel!

Jeder hat ein Rad.
Fahr es . el





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EDIT 22.02.2018

Ob der Radweg dann auch am Ende genutzt werden würde?




Yoga-Stunde

Yoga-Stunde

Verspannt und müde bin ich jetze,
ich mich auf meinen Drehstuhl setze.
Ich bin kaputt, ich bin geschafft,
da hab ich Yoga-Musik
auf Youtube angemacht.

Die Füße hoch, im Schneidersitz,
Die Augen zu, zu einem Schlitz,
Vor meinem Computer,
fahr ich mich runter.
atme ich tief, atme ich ein,
atme ich aus – und wieder ein.

Das Ticken der Uhr, das nervt mich sehr!
Das halte ich nicht aus. Batterien raus!
Und ich atme tief ein – und wieder aus.

Die nächste Störungsquelle! Ist die noch ganz helle?
Meine Tür quietscht unerhört. Das stört!
Der Tür geh ich an den Kragen, wie soll ich sagen,
die Alte will mich doch verarschen!
Tür aus der Angel raus.
Und ich atme tief ein – und wieder aus.

Die Augen wieder zugemacht,
draußen plötzlich ein Krach.
Die Kirche läutet zum Gottesdienst,
Die Ruhe am Sonntag sei mir vermiest.
Unerhört! Da hab ich mich beim Pastor beschwert.
Ich meditiere, brauche Ruhe,
was stören Sie in dieser Frühe.

Ich atme hastig ein und schnell wieder aus,
die Aufregung macht mich ganz müde.

Ich mache die Musik aus – und schlafe ein.